Alles Prägung oder was?! Was Hänschen nicht lernt ....

Ein amüsanter und lehrreicher Abend                       von und mit Dr. Udo Gansloßer

Ein Vortrag mit Dr. Udo Gansloßer ist immer etwas Besonderes! Man kann sicher sein, dass einen viele Informationen erwarten. Zusätzlich gelingt es ihm aber auch, z.T. sehr komplexe Sachverhalte auf die ihm eigene, leichte und sehr amüsante Art zu präsentieren.

 

"Prägung"  und "Spiel" sollten die Themen des zweistündigen Vortrages sein, von dem ich hier den Teil über "Prägung" inhaltlich wiedergeben werde:

 

 

Gansloßer definiert sowohl Prägung als auch Spiel als äußerst wichtige Vorgänge der Entwicklung eines Hundes, die häufig nicht ernst genommen oder sogar aus ideologischen Gründen verneint werden. Durch den z.T. falschen Umgang mit Welpen bzw. Junghunden besteht, seiner Meinung nach, die Möglichkeit sozial inkompetente oder gar gefährliche Hunde heranzuziehen.

 

 

 

In der "Hundewelt" gibt es unterschiedliche Gruppen von Menschen, die auf verschiedene Art und Weise mit dem Prägungsbegriff umgehen:

 

Zum einen gibt es Leute, die etwas von Hunden verstehen, aber denken, dass es keine  Prägung gibt, sondern nur sogenannte prägungsartige Vorgänge.

 

Zum Anderen  verbinden viele Züchter und auch Hundeschulen mit dem  Begriff  "Welpenprägung" Dinge, die nichts mit Prägung, sondern vielmehr mit Sozialisation zu tun haben: fünf bis zehn oder noch mehr Welpen toben auf dem Platz herum und spielen. Das Spiel sei allerdings für die Entwicklung auch wichtig, denn dabei wird vor allem Kommunikation trainiert.

 

 

 

Zu Beginn muss man den Prägungsbegriff aus verhaltensbiologischer Sicht betrachten, um zu verstehen, was im Hundegehirn  passiert und warum dieses Geschehen für die Entwicklung des Hundes so wichtig ist.

 

 

 

Prägung gilt als klar definierter Vorgang in der Verhaltensbiologie und wurde erstmals von Oskar Heinlos als Begriff eingeführt. Dieser stellte als Vogelkundler im Zuge seines Projektes, alle in Deutschland brütenden Vogelarten mit der Hand aufzuziehen, fest, dass dabei einige Vogelarten sehr zahm wurden und andere nicht.

 

Durch Konrad Lorenz und seine Gänse wurde der Prägungsbegriff immer bekannter.

 

Wegen seines Bezuges auf Vögel galt dieser jedoch als auf diese beschränkt und von einigen Wissenschaftlern wurde bestritten, dass er auch für andere Tiere gültig sei. Heute weiß man jedoch, dass es von Fischen bis zu den Säugetieren Prägungsvorgänge gibt.

 

Allerdings sieht die Verhaltensbiologie heutzutage den Begriff nicht mehr so eng, wie es früher der Fall war und die Trennung  zwischen Prägung und prägungsähnlichen Vorgängen entfällt.

 

Wichtig für die Prägung sind die sogenannten "sensiblen Phasen" in der Entwicklung des Welpen, d.h. Zeiträume in denen bestimmte Prägungsvorgänge erleichtert werden. Früher dachte man, dass nur in diesen Entwicklungsabschnitten diese Art von Prägung möglich und danach die Chance vertan sei.

 

Da mittlerweile bekannt ist, dass sich Welpen individuell entwickeln - so öffnen innerhalb einer Rasse oder auch in einem Wurf z.B. nicht alle Tiere gleichzeitig die Augen, sondern jedes folgt seinem eigenen Rhythmus - wurde das Verständnis von Prägung dem angepasst und somit nun flexibler interpretiert.

 

Gansloßer vergleicht diese Vorgänge sehr anschaulich mit einer Zugfahrt, bei der in gewissen Abständen vom Startpunkt (Geburt) Signale  stehen, die bewirken, dass in jeweils einigen Abteilen des Zuges die Jalousien für einen bestimmten Zeitraum geöffnet werden (sensible Phasen), so dass der Zugfahrer (Welpe) Eindrücke von der Landschaft und ihrer Bewohner  bekommen kann.  Je nachdem, wie sich dieser Ausblick gestaltet, d.h. ob wenig oder viel dort zu sehen ist, wird der "Speicher" des hinausblickenden Zugreisenden gefüllt. Unter Umständen ist dieser auch nicht ganz bei der Sache, weil er sich z.B. im Speisewagen befindet oder durch ein Spiel abgelenkt wird oder er bekommt gar nichts von den geöffneten Jalousien mit, weil er gerade schläft.

 

Es kann auch vorkommen, dass der Zug Verspätung hat oder auch hin und wieder einmal schneller fährt, so dass die Signale früher oder später passiert werden (Früh-/Spätentwickler).  Dies definiert die sensiblen Phasen als einen Richtwert und nicht als ein festes Zeitereignis.

 

Ein Fakt, der die Arbeit des Züchters nicht gerade erleichtert, denn er kann sich weder darauf verlassen, dass die sensiblen Phasen zu dem im Kalender eingetragenen Zeitpunkt beginnen, noch dass sie die vorgegebenen Zeiträume andauern.

 

Biologische Faktoren, die diese Phasen beeinflussen sind u.a. Gesundheits- und Ernährungszustand sowie Alter der Welpen oder auch die Kompetenz der Mutter.

 

 

 

Der Verhaltensbiologe beschreibt den Vorgang  der Prägung folgendermaßen: zu Beginn wird das für den Mechanismus zuständige Gen "angeschaltet" und ein dazugehöriges Hormon oder ein anderer Botenstoff "hochgefahren". Dies führt zu Veränderungen im Gehirn, die bewirken, dass einzelne Abschnitte "neu verdrahtet" und "umgebaut" werden.

 

Hier wächst das Gehirn an seinen Aufgaben: Damit das entsprechende Gen aktiviert werden kann, ist es notwendig, dass ausreichend äußere Reize vorhanden sind. Werden diese verpasst, sind die entsprechenden Bereiche des Gehirns nur unzureichend vernetzt - unter Umständen werden sogar Gehirnzellen abgebaut und für andere Hirnregionen "recycelt".

 

Bietet man dem Welpen Prägungsreize an, so ist es von großer Wichtigkeit, dass dieser selbst entscheiden kann, in welchem Maße er dem Reiz ausgesetzt werden will. So sollten massive Reize, wie z.B. Staubsauger oder gefährlich wirkende Objekte so eingesetzt werden, dass das Jungtier jederzeit eigenständig bestimmen kann, ob und wie nah es herankommen möchte. Dabei wird es auf ein ständiges "Spiel" zwischen Neugier (Hinwendung zum Reiz) und Unsicherheit (Rückkehr zur "sicheren Basis", z.B. Wurfbox) hinauslaufen, dass auch individuell sein wird.

 

Dieser ständige Wechsel wird durch das Zusammenspiel von Hormonen gesteuert: Das für Erregungszustände verantwortliche Noradrenalin bewirkt das Vorwärtsgehen, während das Stresshormon Cortisol für den Rückzug zuständig ist.

 

Die Phasen der Noradrenalinausschüttung verlängern sich in der Regel von mal zu mal und ermöglichen dem Welpen Erfolgserlebnisse, die eine positive Verknüpfung mit dieser bewältigten Situation bewirken. Findet dies in der für diesen Prägungsreiz relevanten sensiblen Phase statt, bewirkt es in der betroffenen Hirnregion Prozesse, die eine bessere Vernetzung zur Folge haben und für den Welpen die Generalisierung der bewältigten Situation vereinfachen: nicht nur der Staubsauger wird nicht mehr als gefährlich angesehen, sondern auch andere bedrohliche Geräusche können nun schneller "bewältigt" werden.

 

Findet die Auseinandersetzung mit einem Reiz außerhalb der entsprechenden sensiblen Phase statt, muss meist auf Konditionierung zurückgegriffen werden, um die Situation positiv zu bewältigen. Diese bezieht sich dann aber nur auf den konditionierten Reiz und muss für andere Reize wiederholt werden. Einigen Hunden gelingt nach entsprechend umfassender Konditionierung auch eine Generalisierung, dies ist aber nicht die Regel.

 

 

 

War man früher noch der Meinung, dass erfolgte Prägung unwiderruflich sei, auch wenn das Tier sehr lange dem Reiz nicht mehr ausgesetzt ist, muss dies nach dem heutigen Stand  der Forschung relativiert werden. Prägung hält lebenslang - im Gegensatz zur Konditionierung, die in regelmäßigen Abständen "aufgefrischt" werden muss -  wenn man darauf achtet, dass es für die meisten Prägungsvorgänge eine zweite sensible Phase gibt, in der alles noch einmal bestätigt werden muss. Hierbei handelt es sich um den Zeitraum zwischen ca. dem 6. und 9. Lebensmonat (auch hier gibt es Früh- und Spätentwickler), also dem Beginn der Pubertät.

 

Dies ist eine Phase, in der im Gehirn noch einmal alles neu "verdrahtet" wird und Reize, deren Prägung in dieser Zeit nicht bestätigt werden, werden unter Umständen "vergessen".

 

Gansloßer bringt wieder ein sehr anschauliches Beispiel aus dem Leben: Der Vorgang wäre vergleichbar mit dem Aufräumen eines Kinderzimmers - jedes Teil, das auf den Regalen steht, wird noch einmal angeschaut, ob es noch gebraucht wird oder auf den Flohmarkt gehen soll.

 

Bezogen auf die Lernprozesse bedeutet das, dass alles, was der Welpe bzw. Junghund vorher gelernt hat noch einmal auf seine Wichtigkeit überprüft wird. Kommt es während der Pubertät in seinem Alltag nicht mehr vor (Nachprägung), wird es nicht aufgehoben, sondern gelöscht.

 

Die Nachprägung muss nicht so intensiv erfolgen, wie die erste Prägung.

 

 

 

Hinzu kommt noch, dass  das Kinderzimmer nicht nur aufgeräumt wird, sondern gleichzeitig neue Leitungen verlegt werden (= bessere, schnellere, leistungsfähigere Nervenverbindungen) und alles einen neuen Platz erhält, d.h. in "Kartons verpackt" und von einem Ort zum anderen transportiert wird.

 

Aus dem Emotionszentrum des Gehirns (Mandelkern) - zuständig z.B. für Angstreaktionen - werden Aufgaben in die Großhirnrinde - zuständig für  rationale Entscheidungen- verlagert.

 

Das bedeutet, dass z.B. das Angstverhalten für eine gewisse Zeit gemindert wird, während das rationale Verhalten noch nicht stark genug ausgeprägt ist.

 

Die Empathiefähigkeit des Heranwachsenden wird  in der Pubertät heruntergesetzt, so dass auch deutliche Signale des Unmutes seines Gegenübers von ihm nur eingeschränkt oder gar nicht als solche wahrgenommen werden.

 

Dies äußert sich für den Hundehalter sehr deutlich im Verhalten seines Tieres: Jegliche Erziehung scheint vergessen, gut konditionierte Befehle werden nicht mehr ausgeführt und auch klare Körpersprache von Mensch und anderen Hunden z.T. ignoriert … eine Kommunikation ist nicht oder nur noch unter schwierigsten Bedingungen möglich, weil dem Hund durch die fehlenden alten bzw. noch nicht verlegten neuen Datenleitungen und seiner in Kartons verpackten Kenntnisse der Zugriff zu seinem "Datenspeicher" fehlt.

 

Leider wird diese Phase in der Entwicklung des Hundes oft fehlinterpretiert und dem Tier ein "Dominanzproblem" nachgesagt, dem dann unter Umständen mit übertriebenen Mitteln entgegengewirkt wird. Auch andere negative Prägungen im Verlauf der Pubertät können gut verlaufene Prägephasen der Welpenzeit überschreiben und damit löschen.

 

Andersherum können verpasste sensible Phasen in den ersten Lebenswochen mit ein wenig Aufwand wieder "aufgeholt" werden.

 

 

 

Ein weiterer Aspekt im Bereich der Prägung ist der, dass diese  weitgehend belohnungsfrei funktioniert.

 

Im Gegensatz zu früheren Erkenntnissen weiß man heute, dass es außer Belohnen und Ignorieren auch andere Arten des Lernens beim Hund gibt, z.B. Beobachtung oder soziales Nachahmungslernen. Gansloßer bezeichnet dieses Lernen als "Lernen auf Vorrat", da der Hund Dinge abspeichert, die zum einen für ihn nicht direkt belohnt werden, zum anderen aber für ihn auch noch keinen direkten Nutzen haben, sondern erst später verwendet werden können.

 

Für den Menschen bedeutet das, dass Prägung nicht bis ins Kleinste steuerbar ist: Das Belohnen von erwünschten Reizen und das Ignorieren von unerwünschten Reizen führt nicht dazu, dass der Hund vor allem in den sensiblen Phasen alle anderen vorhandenen Reize ausblendet und nicht abspeichert. Es genügt also nicht, ihm nur positive Reize zukommen zu lassen und negative zu ignorieren - er sollte möglichst gar keine negativen Erfahrungen machen, um ungewollte "Feindbilder" zu vermeiden.

 

So kann ein Welpe z.B. den Streit seines Besitzers mit dem Nachbarn, der eine Schirmmütze trägt, obwohl der Hund nicht unmittelbar daran beteiligt ist, nur durch Beobachtungslernen unter Umständen soweit generalisieren, dass von diesem Moment an jeder Schirmmützenträger für ihn ein "Feind " ist.

 

Sollte es zu solchen Negativerlebnissen kommen, ist es ratsam, diese durch ein Gegenkonditionierungsprogramm (Schirmmützenträger sind ausgesprochen nett zum Hund) innerhalb der  sensiblen Phase wieder zu entschärfen.

 

 

 

Als letztes Merkmal der Prägung führt Gansloßer im Gehirn des Junghundes vorhandene, angeborene Schablonen für seinen Erkennungsmechanismus an, die für die Artgenossenprägung wichtig sind.

 

Diese bewirken, dass neben den eigenen Artgenossen auch der Mensch als ein Wesen mit möglicher Vorbildfunktion "auf Vorrat" abgespeichert ist.

 

Ein Nachweis erfolgte bei einem Versuch mit von Menschen aufgezogenen Wölfen und im Hunderudel aufgewachsenen Hundewelpen, die nach acht Wochen mit der jeweils anderen Spezies konfrontiert wurden, sich ohne Problem auf diese einlassen und sich an ihr orientieren konnten.

 

 

 

Nach der Funktionsweise des Gehirns geht Prof. Dr. Gansloßer nun auf die verschiedenen Prägungsmechanismen für unterschiedliche Informationen ein.

 

 

 

Zum einen wäre da die Artgenossen oder Nachlauf-Prägung.

 

Aufgrund welcher Vorgänge im Gehirn diese funktioniert wurde oben schon erklärt.

 

In dieser Phase liegt die Verantwortung beim Züchter,  dass die vorhandene Schablone positiv besetzt wird und er seinen Welpen eine "Multi-Kulti-Stammtischgemeinde" präsentiert, d.h. sie mit vielen verschiedenen Menschen unterschiedlichen Alters und Verhaltens konfrontiert und dafür sorgt, dass diese als positive Sympathieträger von den kleinen Hunden generalisiert werden. Die sensible Phase hierfür liegt ungefähr zwischen der 5. bis 14. Woche.

 

 

 

Gansloßer führt noch weitere Beispiele an, z.B. dass Hunde- und Katzenwelpengruppen, die in den ersten acht Wochen gemeinsam aufwachsen, danach perfekt die "Sprache" der anderen beherrschen und auch anwenden. Da sind Hundewelpen, die Buckel machen, ebenso zu beobachten, wie Katzen, die aus Freude mit dem Schwanz wedeln.

 

Wächst in dieser Prägephase nur ein Hundewelpe allein unter Katzenjungtieren auf, nimmt er komplett ihre "Sprache" an und verlernt die seine.

 

Als weiteres Beispiel für Artgenossen-Prägung kann man den Hütehund anführen. Wenn er wirklich die ihm zugedachte Aufgabe in einer Schafherde ausführen soll, ist es sinnvoll, dass der Schäfer den Welpen mit seiner Mutter ab der fünften Lebenswoche in steigenden Zeitintervallen mit zur Herde nimmt, damit der junge Hund zum einen Schafe als "Artgenossen" abspeichert und damit verbunden zum Anderen ihre "Sprache" lernt, um so später besser seine Hüteaufgaben ausfüllen zu können. Wenn neben dem Aufpassen, dass kein Schaf die Herde verlässt auch noch der Schutz der Herde zu seinen Pflichten gehört, sollte er andere Menschen als den Schäfer nicht als positiv generalisieren.

 

 

 

Die  sensible Phase der Umwelt- und Lebensraumprägung findet bis ungefähr zur 12. - 14. Lebenswoche statt. Zu ihr gehört alles, was den Welpen umgibt, darum sollte er auf die vielfältigste Art und Weise mit Informationen über Böden, Geräusche, Gegenstände usw. versorgt werden.

 

Schweizer Blindenhundezüchter bieten ihren Welpen z.B. Mobiles, Girlanden und ähnliche Dinge, die über den Köpfen der Hunde angebracht werden, damit sie lernen nach oben zu gucken und die Welt oberhalb ihres Sichthorizontes auch aktiv wahrzunehmen. Dies bietet für ihre spätere Ausbildung den Vorteil, dass sie höhere Hindernisse (z.B. Briefkästen) eher erkennen und ihren Menschen darum herumleiten.

 

 

 

Desweiteren gibt es noch die Futterprägung. Diese beginnt nicht etwa erst, wenn sich die Welpen von sich aus mit Futter beschäftigen, sondern schon während der Trächtigkeit:

 

Die Inhaltsstoffe des Futters werden durch die Nabelschnur über das Blut von der Mutter an die Welpen weitergegeben und hinterlassen dort im Gehirn erste vorbereitende Informationsspuren.

 

Nach der Geburt erfolgt dieser Prozess weiter über die Muttermilch und auch über den Mundgeruch der Mutter, dem der Welpe beim Putzen ausgesetzt ist.

 

Bei Beginn der Zufütterung reicht die Anwesenheit der Mutter neben dem Futternapf als soziale Förderung für den Lernvorgang des Futterprägens. Die Welpen sind bereitwilliger sich mit Futter zu beschäftigen, wenn die Mutter in der Nähe ist.

 

Die Futtergewohnheiten der Hündin übertragen sich oft auf ihre Welpen. Bei einer australischen Studie, die sich mit dem Phänomen des Grasfressens bei Hunden beschäftigte, kam u.a. heraus, dass nicht nur Übelkeit ein Auslöser für das Fressen von Gras sein kann, sondern sehr häufig die Welpen sich dies bei ihre Mutter abschauen und übernehmen.

 

 

Als weitere Prägung findet noch die sexuelle Prägung statt. Diese Phase beginnt, nach Abschluss der Artgenossenprägung, am Anfang der Pubertät am Modell der Spielkameraden.

 

Das bedeutet, dass das soziale Spiel junger Hunde - auch wenn es keine, für den Beobachter sichtbare, sexuelle Note hat -  für ihre sexuelle Reifung sehr wichtig ist.

 

Dabei weist Gansloßer sehr deutlich darauf hin, dass nicht jeder Hund, der mal aufreitet gleich als hypersexuell anzusehen ist, vielmehr bezeichnet er dieses Verhalten eher als "Diskoknutscherei". Eine Übung für den Ernstfall also ….

 

Der Verhaltensbiologe stellt die (noch nicht belegte) Hypothese auf, dass viele Hunde während der sexuellen Prägephase Menschen bespringen, weil sie nicht ausreichend Kontakt mit ihren Artgenossen haben.

 

Es ist nachgewiesen , dass häufig nach Einzug des Hundes nur die Welpenstunde besucht wird, Junghunde- und Rabaukengruppen danach jedoch immer weniger, obwohl auch die für das Lernen des Hundes eine große Bedeutung haben.

 

 

 

Mit diesem Überblick über die verschiedenen Prägemechanismen schließt Prof. Dr. Gansloßer den ersten Teil seines Vortrages und geht in die Pause.

 

Ich folge ihm und werde ein anderes Mal über das "Spiel" berichten.

 

 

 

 

 

 

 

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